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Protokoll Six Days 1987
Männer und Maschinen
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Six Days 1987

Six Days 1987 - Protokoll eines Triumphes

Nr. 150 Grellmann     Nr. 170 Gruner       Nr. 118  Sturm
Nr.  93 Weber             Nr. 166 Scheffler

Jelenia Gora - Großstadt im polnischen Riesengebirge - erlebte im September 1987 große Tage - die Six Days. Zum 62. Male fand sie 1987 statt - die Internationale Sechstagefahrt. Treffpunkt der Weltelite im Endurosport. 403 Fahrer aus 24 Nationen verzeichnete die Starterliste: 19 Trophymannschaften, 14 Juniorenteams, 61 Clubs und 25 Fabrikmannschaften. Dem polnischen Motorsportverband PZM gebührt großes Lob. Er verstand es, durch eine ausgezeichnete Organisation die Sechstagefahrt zu einem sportlichen Höhepunkt werden zulassen. Die Six Days 87 waren eine echte Geländefahrt mit allen ihren Härten, aber auch ihren Schönheiten. Und über allem war die sportliche Fairneß stets gewährleistet. Sie gehörte eigentlich an jedem Tage mit aufs Siegertreppchen, wie auch die Mannschaften der DDR, die sich an allen Tagen des Rennens erfolgreich schlugen. Beweis dafür ist ein Protokoll dieses Triumphes über 1470 Kilometer.

Montag, 21. September

Zehntausende Zuschauer sind angereist, Fans aus vielen Ländern, Motorsportfreunde säumen die Strecke, haben sich hier häuslich niedergelassen. Start! Mit vollem Einsatz gehen die DDR-Mannschaften die Prüfungen an: zwei Cross-Strecken über jeweils dreieinhalb Kilometer, eine Beschleunigungsprüfung und eine Fünf-Kilometer-Spezialtour, unbekannt für jeden Fahrer. Angriff heißt die Devise unserer Männer auf den Simson- und MZ-Maschinen, Angriff von Anfang an. Am Abend des ersten Fahrtages liegen die DDR-Trophy-Mannschaft und das DDR-Silbervasen- Team auf den ersten Plätzen.

Dienstag, 22. September

Das Wetter hält sich: Nicht warm, nicht zu kalt, das richtige für den Wettbewerb. Wieder geht es in die gleichen Prüfungen, nur an anderer Stelle. Steile Auf- und Abfahrten wechseln mit glitschigen Wiesenhängen und langen Strecken auf staubigen Feldwegen. Reihenfolge am Abend des zweiten Tages wie 24 Stunden zuvor - MZ und Simson liegen vorn!

Mittwoch, 23. September

Sonnenschein - der Wettergott ist mit den Fahrern. Die Spezial-, Beschleunigungs- und Cross-Prüfungen wiederholen sich. Der Kampf um die Spitzenplätze wird härter. Jeder Fahrer holt das Letzte aus den Maschinen, ist mit vollem körperlichen Einsatz dabei. Fazit am Schluß des dritten Tages: Spitzenreiter der Trophy-Wertung weiterhin die DDR. Das Silbervasenteam der DDR jedoch muß sich an diesem Tage den italienischen Fahrern beugen.

Donnerstag, 24. September

Wolkenbruchartige Regenfälle verwandeln die Strecken von einer Stunde zur anderen in gefährliche Rutsch- und Schlammpassagen, die hohes fahrerisches Können verlangen. Die DDR-Fahrer bleiben auch bei dieser Wetterlage den Beweis ihrer Klasse nicht schuldig, weil sie voll auf die Zuverlässigkeit ihrer Maschinen bauen können. Spitzenplätze also für die Trophymannschaft, Spitzenplatz auch wieder für das Silbervasenteam, das die Italiener auf den zweiten Platz verweist.

Freitag, 25. September

Vorletzter Tag. Bei den DDR-Mannschaften herrscht Zuversicht, obwohl alle wissen, daß der Sieg bis zur letzten Runde erkämpft werden muß. Konzentriert geht es über Geröll- und Schlammstrecken, werden einsame Walddurchfahrten gemeistert, Strecken über holpriges oder auch glattes Wurzelwerk, durch Sumpflöcher und Wassertümpel. Auch dieser Tag schließt mit den bereits traditionellen Spitzenplätzen für die DDR-Mannschaften ab.

Sonnabend, 26. September

Finale der 62. Six Days. Ein Abschluß Motocross auf einem Wiesenhang bei Jezow Sudecki. Er setzt den Schlußstrich unter eine rundum überzeugende Kollektivleistung der DDR-Mannschaften. In diesem Wettkampf mit den besten Enduro-Mannschaften der Welt erringen beide DDR-Nationalmannschaften auf MZ und Simson die Weltmeistertitel! Auch in der Wertung der Clubteams liegt eine Mannschaft des ADMV der DDR vorn. Im Fabrikmannschafts-Wettbewerb belegen Simson I und MZ I den 2. bzw. 3. Platz, MZ II rangiert auf Platz 6, Simson II nimmt die 8. Position ein. Auch das gehört zu dieser stolzen Bilanz: Alle 15 DDR-Fahrer, die mit MZ- und Simson-Maschinen am Start waren, erreichten das Ziel. Ebenso die drei Fahrer der polnischen Trophymannschaft, die auf Simson-Krädern fuhren.

Text und Bilder: DDR Export Zeitschrift des Außenhandels der DDR / Ausgabe (21/88)

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